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"Angekommen! Was nun? Zwischen Asylverfahren und Integration" - Veranstaltungsrückblick

 

Mission eine Welt

 

Rückblick auf die Informationsveranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ziegelstein klingt bunt für die Menschenrechte“

Angekommen! Was nun?

Zwischen Asylverfahren und Integration

Als eine“ runde Sache“ - so könnte die Veranstaltung am 31. Mai im gut besuchten Gemeindesaal der Melanchthongemeinde bezeichnet werden.

Nach einer Einführung des stets souveränen Moderators Dr. Jürgen Bergmann (Mission Eine Welt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern), der mit Fakten zu den weltweiten Fluchtbewegungen aufwartete, wurden die beiden Referentinnen nach ihren Einschätzungen zu den verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Flucht befragt.

Verena Schaarschmidt berichtete über ihre Erfahrungen als Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Dekanat, dass es sowohl schmerzhafte Situationen für die Helfer*innen beim Umgang mit den Behörden für ihre geflüchteten Schützlinge als auch beglückende Erfahrungen im menschlichen Austausch gebe.

Gülay Incesu- Asar, stellvertretende Geschäftsführerin des Integrationsrates der Stadt Nürnberg, konnte Einiges zur Wohnsituation von Flüchtlingen in bestimmten Fällen erläutern und freute sich besonders über eine in Nürnberg geplante eigene Unterkunftsmöglichkeit für Frauen.

Auch die zu geringe Anwendung von Ermessensspielräumen seitens der Behörden, wenn sich Flüchtlinge sehr gut integriert haben, und rigide Vorgehensweisen bei Abschiebungen wurden thematisiert.

Besondere Aktualität erhielt dieses Thema durch den Polizeieinsatz zur Abschiebung eines afghanischen Schülers, der aus seiner Klasse an der Berufsschule in Nürnberg heraus festgenommen wurde. Die Schüler*innen demonstrierten gegen die Abschiebung ihres Mitschülers und setzten sich auf die Straße vor den Polizeiwagen. Zur Auflösung des Sitzstreiks setzte die Polizei unmittelbaren Zwang ein. Hieran entzündete sich bei der Informationsveranstaltung eine kontroverse Diskussion: Gewalt gegen und Traumatisierung der Schüler*innen sowie die Gefahr künftigen Fernbleibens der von Abschiebung bedrohten Schüler*innen vom Unterricht wurden auf der einen Seite benannt. Ärger wegen der verletzten Beamten, die ihre Pflicht erfüllten, stellte die andere Position dar.

Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Arbeit und Ausbildung für Geflüchtete und die spezielle Situation im Stadtteil Ziegelstein wurden im weiteren Verlauf durch die Teilnehmer*innen angesprochen und diskutiert.

Die Ausstellung „Flucht und Migration“ der Mission Eine Welt, die verschiedene Facetten beleuchtete, rundete die Veranstaltung sehr informativ ab, so dass die Besucher*innen zahlreiche Eindrücke und Denkanstöße mitnehmen konnten.