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Garten- und Aufräumaktion

Anfang September startete der Helferkreis zusammen mit den Bewohner:innen der Unterkunft in der Rathsbergstraße eine Garten- und Aufräumaktion.

Bei schönem Wetter fanden sich einige Männer und Frauen sowie etliche Kinder zusammen mit Ehrenamtlichen des Helferkreises ein, um das Gelände aufzuräumen, Müll aufzusammeln, Unkraut zu entfernen und neue Pflanzen und Blumen einzusetzen.

Der viele Müll, vor allem am Gehweg vor der Unterkunft, war uns schon lange ein Dorn im Auge. Auch der bepflanzte Streifen am Zaun war nicht wirklich schön anzusehen. Nach der Aktion waren alle begeistert, wie schön es dort nun aussieht.

Wir sind überzeugt, dass Schönheit auch gut für das Befinden ist, und hoffen, dass der bepflanzte Randstreifen etwas ist, woran sich Bewohner und Anwohner gleichermaßen erfreuen können.

Die Aufräum-Aktion soll aber kein einmaliges Ereignis bleiben. Und so haben engagierte Ehrenamtliche im September ein weiteres Mal eine Müll-Sammel-Aktion organisiert. Vor allem die Kinder helfen begeistert mit, denn mit den Müllgreifern und in Gemeinschaft macht es allen Spaß, den Müll aufzusammeln.

Wenn wir alle dazu beitragen, kann der Bereich von den Unterkünften und den Büros in der Nachbarschaft bis zur U-Bahn ein „müllfreier“ Ort werden. Gemäß unserem Motto: „Gemeinsam in Ziegelstein“ – für ein gutes Miteinander!

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Neues aus dem Helferkreis

Wie überall im sozialen Bereich war auch unsere Arbeit im Helferkreis während der letzten Monate sehr eingeschränkt. Einige Ehrenamtliche trafen sich vor Ort in den Unterkünften mit Kindern oder Erwachsenen, andere begleiteten Familien, die bereits ausgezogen waren oder gingen mit Frauen und Kindern auf den Spielplatz.

Sehr gefreut haben wir uns, dass wir am 7. Juli 2021 wieder ein Präsenztreffen des Helferkreises im Gemeindesaal der Melanchthonkirche durchführen konnten. Langjährige Aktive sowie relativ neue Ehrenamtliche konnten sich austauschen über die letzten Monate, über Erfreuliches und Schwieriges. Traurig sind alle, dass das Café O.K. auch weiterhin nicht seine Türen für alle öffnen kann. Dafür gibt es in den Unterkünften nun wieder mehr Freiheiten, Besuche sind zum ersten Mal seit langer Zeit wieder erlaubt, auch Treffen kleiner Gruppen werden wieder möglich. Die zeitweilige Abwesenheit der Sozialberatungen aufgrund von Corona-Fällen in den GUs hat vor allem die Bewohner:innen, aber auch Helfer und Helferinnen vor große Herausforderungen gestellt.

Wir hoffen nun auf einen ruhigeren Sommer, in denen die Kinder sich in den wohlverdienten Ferien ein wenig von dem anstrengenden Schuljahr mit Distanzunterricht, Wechselunterricht und – seit den Pfingstferien – wieder vollem Präsenzunterricht erholen können.

Angebote wird es sowohl in der Rathsbergstraße als auch in der Andernacher Straße geben – gemeinsames Spielen und Lernen, je nach Engagement der Ehrenamtlichen.

In Zusammenarbeit mit dem AK findet in der 4. Ferienwoche im Gemeindehaus der Melanchthonkirche eine Kinderakademie statt, zu der Grundschüler aus Ziegelstein, nicht nur aus den Gemeinschaftsunterkünften, eingeladen sind.

Wir wünschen allen Engagierten und Interessierten eine schöne Sommer- und Ferienzeit!

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Rückblick auf das Jahr 2020

Dieses Jahr hat uns allen – Geflüchteten, Neuankömmlingen, Alt-Ziegelsteinern, Jungen und Alten – viel abverlangt.

Aber auch, wenn man den Eindruck hatte, dass alles zum Stillstand kam und viele Dinge nicht mehr durchgeführt werden konnten, gab es doch etliche Aktivitäten. Manche im Hintergrund, manche mit einem unglaublichem Engagement, manche regelmäßig und andere nur punktuell. Vor allem die persönliche Begleitung von Familien oder Einzelnen konnte trotz Corona weiter stattfinden, je nach Einschränkungen „von Angesicht zu Angesicht“ oder eben nur telefonisch.

Durch die Schulschließungen im Frühjahr und den anschließenden Wechselunterricht wurde schnell klar, dass gerade die Kinder in den Flüchtlingsunterkünften eine Unterstützung beim Lernen zu Hause brauchten. In der Andernacher Straße wurde daher schon ab Mai mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept angefangen, den Kindern bei ihren Arbeitsaufträgen und später auch bei ihren Hausaufgaben zu helfen.

Angeregt dadurch entstand die Idee, in den Sommerferien in der Rathsbergstraße eine „Kinderakademie“ durchzuführen. Jeden Nachmittag fand sich eine Ehrenamtliche ein, die sich mit jeweils einem Kind oder einen kleinen Gruppe (Geschwisterkinder) für eine begrenzte Zeit befasste. Danach bekam das nächste Kind die Möglichkeit, im Gruppenraum dieses Angebot wahrzunehmen. Viele Kinder beteiligten sich gerne, und so wurde gespielt, gebastelt, lesen geübt, spielerisch Lernstoffe vermittelt, gerechnet und mehr.

Auch die Fahrradwerkstatt hatte in den Sommermonaten geöffnet – ein kleiner Bereich vor der Garage mit den Werkzeugen wurde abgesperrt, es wurde geschraubt, aufgepumpt, improvisiert und Teile repariert oder ersetzt. Natürlich alles mit Maske und dem nötigen Abstand. Da es im Herbst aber irgendwann zu kühl wurde und ein Arbeiten mit Maske und Brille nicht mehr möglich war, musste dieses Angebot leider wieder eingestellt werden.

Im September starteten sowohl in der Andernacher Straße als auch in der Rathsbergstraße wieder regelmäßige Termine, an denen die Schulkinder in die Gruppenräume kommen konnten und dort unter Anleitung ihre Hausaufgaben oder auch Fragen zum Schulstoff erledigen konnten. Leider musste dies Ende November aus Corona-Gründen eingestellt werden, wir hoffen aber, dass dies im nächsten Jahr wieder möglich wird. Bis dahin können sich die Schüler:innen und ihre Eltern telefonisch oder per whatsapp an Ehrenamtliche wenden.

Da es in der staatlichen Unterkunft bisher keinen Internetzugang gegeben hatte, waren die Bedingungen für Online-Lernen und auch Distanz-Unterricht und Online-Unterricht in den verschiedensten Schulformen äußerst schwierig für die Kinder, aber auch für ältere Berufsschüler:innen. Viele hatten eigene Verträge abgeschlossen, was aber nicht allen möglich war. Außerdem reichten die mobilen Daten oft nicht aus, um dem Unterricht beizuwohnen. So sind wir extrem dankbar, dass durch die Hilfe und den Einsatz von Franken Freifunk und die Unterstützung des CVJM nun ein funktionierendes Netz in der Unterkunft eingerichtet werden konnte – gerade noch rechtzeitig, bevor alle Schulen wieder in den Distanzunterricht gingen.

In der Vorweihnachtszeit kam dann die Idee auf, den Bewohner:innen der Rathsbergstraße zu Weihnachten eine Kleinigkeit zu schenken, da man ja nicht mehr persönlich hingehen konnte. Die Jahre vorher hatte es eine Weihnachtsfeier gegeben, sogar der Nikolaus war gekommen. An dieser Aktion beteiligten sich etliche Ehrenamtliche, Spenden wurden besorgt, Plätzchen gebacken, Büchlein gekauft, eine Spende aus dem Helferkreis Eibach abgeholt, und so konnte für alle Familien eine „Weihnachtsüberraschung“ eingepackt werden.

Wir wünschen Ihnen nun eine trotz aller Einschränkungen frohe Weihnachtszeit, und ein gutes, erfreuliches und positives Jahr 2021!

Susanne Mahlein

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Ein Herz für die Nachbarschaft und ein RogAward für den Helferkreis Flüchtlinge Ziegelstein

Vielen Dank für das Unternehmens-Engagement der Rogator AG für die Nachbarschaft und die freundliche Würdigung! Hier im Wortlaut:

Dieses Jahr möchten wir Ihnen eine regionale Organisation aus Nürnberg vorstellen, hinter der eine ganz tolle, einzigartige und bewegende Motivation steht – der Helferkreis Flüchtlinge Ziegelstein. Der Helferkreis wurde im Februar 2016 gegründet, um die Geflüchteten als neue Nachbarn in Ziegelstein willkommen zu heißen, ihr Ankommen mitzugestalten und Wege der Integration und Zugehörigkeit zu finden.

Was genau macht der Helferkreis Ziegelstein?

Der Helferkreis Ziegelstein besteht aus einem Team von ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern aus Nürnberg und Umgebung. Das Helferteam betreut die beiden Wohnheime für Geflüchtete in Zielgestein und unterstützt und begleitet die Bewohnerinnen und Bewohner bei all ihren behördlichen, berufsorientierenden, gesellschaftlichen und weiteren Fragen und steht ihnen beratend zur Seite.

Darüber hinaus organisiert der Helferkreis zahlreiche Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner, wie beispielsweise Sport-, Koch, Sprachlernkurse, Musik- und Spielenachmittage, Kinderbetreuung, Events wie das wöchentliche „Offene Treffen“ oder das monatliche „Café O.K.“ im Kulturladen Ziegelstein, zu dem auch Außenstehende eingeladen werden, um die neuen Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen.

Weiterhin veranstaltet der Helferkreis verschiedene Motto-Abende, Aktivitäten wie Picknicks im Marienbergpark und Informationsveranstaltungen zu diversen Themen, um den Geflüchteten und ihren Familien die Integration und das Ankommen so leicht wie möglich zu machen. Auch offene Austausch-Abende ohne organisatorische Planung standen – bis zur Unterbrechung aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie – regelmäßig auf der Agenda und wurden von den Bewohnerinnen und Bewohnern immer dankend angenommen.

Unser Engagement zur Unterstützung des Helferkreis Zielgestein

Seit Februar 2020 unterstützen wir im Rahmen unseres Unternehmens-Engagements und Spenden-Dreiklangs (2. Säule: Regionale Projekte) den Helferkreis Flüchtlinge Ziegelstein bei der Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Andernacher Straße.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rogator AG, erklärten sich bereit, das „Offene Treffen“ mit dem ehrenamtlichen Helferteam mitzugestalten. Dieses fand immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr in den Gemeinschaftsräumen des Wohnheims statt. Teilnehmen durften neben jeweils drei Mitarbeitenden der Rogator AG und dem ehrenamtlichen Team des Helferkreises alle interessierten Kinder und Erwachsene des Wohnheims. Zu unseren Aufgaben zählten unter anderem:

  • Deutsch sprechen und lernen mit den Erwachsenen
  • Hausaufgabenbetreuung für die Kinder
  • Spielen und Malen mit den Kindern
  • Alltagsfragen beantworten
  • Fragen beruflicher Orientierung klären
  • Integration & Austausch
  • Catering: Tee & Gebäck

Durch die Unterstützung unseres Teams konnte das Angebot für die Bewohner im Rahmen des Offenen Treffens erweitert werden. So konnten erstmalig Kinderspielstunden im Spielzimmer und eine Hausaufgabenbetreuung im Unterrichtszimmer zeitgleich stattfinden.

Leider konnten das Offene Treffen seit Anfang März aufgrund der Gefahren und Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht wie geplant fortgeführt werden.

Wie ging das Engagement weiter?

Zum Schutz aller Beteiligten entwickelte der Helferkreis daraufhin diverse Online-Angebote, um die Bewohnerinnen und Bewohner auch weiterhin tatkräftig unterstützen zu können und dabei die Corona-Schutzmaßnahmen einhalten zu können.

Nach der vollständigen Schließung konnte die Hausaufgabenbegleitung in „Eins-zu-Eins-Kontakten“ von Freiwilligen und Grundschulkindern unter Beachtung strikter Infektionsschutzregeln wieder aufgenommen werden.

Die Rogator AG konnte ihre Kernkompetenz einbringen und den Helferkreis zudem mit einer Online-Befragung des Helferteams zum Thema „Engagement in der Krise und darüber hinaus“ unterstützen. Dazu entwickelten wir gemeinsam mit dem Helferkreis einen geeigneten Fragebogen und führten die Befragung und Auswertung unter Einhaltung unserer strengen Anonymitäts- und Datenschutzrichtlinien durch. Ziel war es, ein Meinungsbild zu den bisherigen Erfahrungen und Schwerpunkten der Ehrenamtlichen aufzubauen und Akzente und Anregungen für das zukünftige Engagement des Helferkreises und der Flüchtlingsarbeit in Nürnberg zu etablieren.

Warum dieses Projekt?

Die beiden Unterkünfte des Flüchtlingsheims Ziegelstein sind nicht einmal fünf Gehminuten von unserem Firmensitz in Zielgestein entfernt. Regelmäßig trafen wir die Bewohnerinnen und Bewohner beim Einkaufen, in der U-Bahn oder auf den Gehwegen in unserem Umkreis. Wir erfuhren von den zahlreichen Integrationsangeboten des Helferkreises und bewunderten das ehrenamtliche Engagement des Helferteams sehr. Damit stand für uns fest: Wir möchten mit dem Helferkreis Kontakt aufnehmen und einmal nachfragen, ob und wie wir die Unterkünfte in Ziegelstein – und damit unsere Nachbarinnen und Nachbarn – in 2020 unterstützen können.

So entstand nach einem anregten Austausch die Idee, mit unserer Arbeitskraft und unserem Einsatz das Offene Treffen wöchentlich zu unterstützen, da der Personalbedarf größer war, als der Bedarf an Geld- oder Sachspenden. Unser Hauptziel dabei war es, die Integration in unserem Firmenstadtteil Ziegelstein, in dem wir uns selbst fast täglich bewegen, zu fördern und aktiv mitzugestalten.

Helfen auch Sie!

Der Helferkreis Ziegelstein freut sich über jede helfende Hand, jedes offene Ohr und jede engagierte Seele für die neuen Online-Angebote und die Gruppenangebote unter strikten Infektionsschutzmaßnahmen vor Ort. Wenn auch Sie aktiv werden wollen und den Helferkreis Zielgestein unterstützen möchten, erkundigen Sie sich gerne nach den aktuellen Möglichkeiten.

Die Integration und Arbeit des Helferkreises zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohner mitgestalten zu können, waren für uns in 2020 ganz wunderbare Erfahrungen. Wo Einsatz aus Nächstenliebe geschieht, wo Integration, Kommunikation, Austausch, Unterstützung und Zusammenhalt gefördert werden, da fängt das Leben und die Liebe zueinander und füreinander an und schafft eine Umgebung, in der sich alle wohlfühlen können.

Falls Ihr Interesse geweckt wurde, können Sie mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge Ziegelstein Kontakt aufnehmen: ak-fluechtlinge-ziegelstein@gmx.de.

Mehr Informationen finden Sie hier: https://gemeinsam-in-ziegelstein.de/

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Geflüchtete über What’sApp betreut

Wie der Helferkreis Ziegelstein an Helfer aus Betrieben kam

NÜRNBERG – Diese langen Wochen sind für alle schwer, für die einen weniger und für andere mehr. Stark betroffen sind Geflüchtete, die versuchen, in Deutschland Fuß zu fassen und dafür so viel wie möglich zu lernen. Mit dem verschärften Lockdown kommt das Lernen von Mensch zu Mensch zu kurz, während zugleich für den Online-Unterricht vielerorts die Voraussetzungen ungenügend sind. Was tun in diesem Dilemma? Schlaglichter auf die vielen Zwickmühlen am Beispiel von Ziegelstein.

Susanne Mahlein ist Mitbegründerin und besonders aktives Mitglied des Helferkreises Ziegelstein, zudem Co-Koordinatorin des ehrenamtlichen Engagements. Sie blickt mit Sorge auf ihre Schützlinge, nachdem „alles lahmgelegt ist, alle direkten Treffen mit uns unmöglich geworden sind“. Das liege auch daran, dass manche Helfer über 70 oder berufstätig sind und das Risiko scheuen, sich und ihr Umfeld anzustecken.

Deshalb entschied ein Teil der rund 50 Aktiven zu pausieren, ein anderer Teil verlagerte die Kommunikation auf das Smartphone, berichtet Mahlein. Und das ist das Problem: Die Unterkunft in der Rathsbergstraße hatte bisher kein Wlan, was für diejenigen Bewohner schlimm ist, die keine Handyverträge abschließen können, weil ihnen das Bleiberecht fehlt. Da die Regierung von Mittelfranken hart blieb, sprang nun glücklicherweise der Verein Freifunk Franken ein und packte an.

Die Freifunker sind nicht die einzigen, die das Schicksal der Geflüchteten nicht kalt lässt. So hatte sich der Softwarespezialist Rogator gefragt, wie er sein soziales Engagement ausweiten könnte – und wurde in der direkten Nachbarschaft fündig. Die Unterkunft in der Andernacher Straße im Gewerbegebiet Ziegelstein liegt nur wenige Gehminuten vom Firmensitz der Rogator AG entfernt.Mitarbeitende wurden ermuntert, sich um Geflüchtete tätig zu kümmern – während der Arbeitszeit, also bezahlt. Ein knappes Dutzend Freiwilliger war schnell gefunden. Jeweils zu Dritt gingen sie in den Neubau, halfen bei den Hausaufgaben, betreuten das spielerische Lernen, gaben Jugendlichen Tipps zum Beruf und sprachen mit den Erwachsenen. „Die Kinder standen manchmal Schlange, total aufgeregt, dass sie in den Spielraum durften“, erzählt Jasmin Zitzmann, bei Rogator Projektleiterin für Mitarbeiterbefragungen. „Aufregend und ungewohnt waren die Einsätze aber auch für unsere Leute, wir sind ja keine Pädagogen, und manchmal wurde es wild.“ Das Engagement wirkte in der Firma auch nach innen, Flucht wurde zum Thema in Büros und auf Gängen. „Insgesamt bereichernd“, fügt sie hinzu. Überraschend fand Zitzmann bei der Studie, „dass die Helfer ihren persönlichen Beitrag zur Integration deutlich geringer einschätzen als den Beitrag der Angebote des Helferkreises. Viele stellen also ihr Licht ziemlich unter den Scheffel. Denn ohne die Helfer gäbe es die Angebote ja gar nicht.“ Auch die durchschnittlich aufgewendete Zeit für die ehrenamtliche Tätigkeit von rund vier Stunden pro Woche fand sie erfreulich-überraschend hoch.

Susanne Mahlein erzählt begeistert von der „Riesenhilfe durch Rogator. Für uns vom Helferkreis war es eine moralisch-seelische Unterstützung.“

Im Corona-März war dann abrupt Schluss mit den Besuchen. Nach Beratungen mit dem Koordinator des Helferkreises, Bernd Arnold, tat das Unternehmen sodann das, was es am besten kann, ja, was geradezu die DNA der Forscher ausmacht: Online-Befragungen. In diesem Fall hat Rogator die Ehrenamtlichen kostenlos befragt und dabei Erstaunliches gefunden.Die Ergebnisse wurden dem Helferkreis vor einigen Wochen vorgestellt.

Ein weiteres bemerkenswertes Resultat der Befragung: Digitale Welt hin oder her, die persönlichen Gespräche sowohl innerhalb des Helferkreises als auch mit den Geflüchteten stufen die Helfer mit Abstand am höchsten ein. Umso gravierender beschneidet die Pandemie mit ihren Sicherheitsregeln die Arbeit der Ehrenamtlichen. Zumal zwei Drittel der Befragten angaben, dass für sie die Treffen in der Gruppe wichtig bis sehr wichtig sind. Doch mit Corona können sie kaum noch stattfinden, genauso wenig wie offene Treffen im „Café O.K.“ im Kulturladen Ziegelstein oder Kochaktionen, Nähgruppen oder Sport. Hinzu kommt: Aus der Sicht der „Kümmerer“ sind direkte Kontakte eine bedeutende Stütze bei der Integration der Geflüchteten. Hierbei stehen Spracherwerb, Ausbildung/Beruf und persönliche soziale Kontakte ganz obenan.

Und was sagen die Geflüchteten selbst? Einer berichtete in diesem Herbst „Seit Corona ist alles schlimm, wir müssen immer zu Hause bleiben, Ämter sind geschlossen. Wir können nicht lernen (weil keine Kurse stattfinden) und nicht arbeiten. Aber gut ist, dass wir kein Corona haben!“ Was auch andere besonders schwierig fanden: Alle Kinder waren zu Hause, und sie verstanden nicht, warum sie nicht zu ihren Freunden durften. Eine Mutter nannte als ihre größte Sorge, dass ihre Kinder im Unterricht zurückfielen. Zudem fehlte in der Unterkunft ein Rückzugsraum. Auf der anderen Seite waren viele Geflüchtete glücklich, weil niemand sie in dieser Zeit in ihr Heimatland zurückschicken konnte. Einer erzählte, dass er vermehrt Rassismus erlebe.

Von den rund 50 aktiven Mitgliedern – zu 71 Prozent weiblich – sind ungefähr zwei Drittel von Anfang an dabei, nämlich seit der Gründung des Helferkreises 2016. Die meisten konzentrieren sich auf die Betreuung einzelner Familien oder Singles.

Eine der Pionierinnen ist Sabine Eichenmüller. Sie kümmert sich seit fast fünf Jahren um eine iranische Familie, angefangen beim Deutschunterricht für die  Mutter über die Begleitung zum Ausländeramt bis hin zum gemeinsamen Abklappern von Wohnungsangeboten. Letzteres ist geschafft. Die Familie konnte die Gemeinschaftsunterkunft in Ziegelstein verlassen und lebt in einer eigenen Drei-Zimmer-Wohnung. Erfreulich zudem: Die Frau hat eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Leider ist ihr Ehemann seinen Job auf Probe nach einem Monat wieder los und wartet noch auf sein Gehalt. Sabine Eichenmüller beobachtet Fortschritte genauso wie Rückschläge. „Ich glaube aber, die Familie kriegt ihr Leben hin.“

Noch in diesem Sommer – so Mahlein – seien sieben neue Helfer zum Kreis hinzugestoßen. Und sie sinniert über die Zukunft. Ein Musiker aus ihren Reihen hat ein Lied komponiert mit der Zeile: ,Wenn das vorbei ist, dann feiern wir ein Fest‘. „Darauf freuen wir uns alle“, sagt die Helferin und lädt weitere Mitmenschen mit Herz ein, dann mit anzupacken und mit zu feiern, sobald es die Entwicklung der Pandemie erlaubt.

ag

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Sommerprogramm

Um den Kindern auch in den Sommerferien etwas anzubieten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einmal ist da das Ferienprogramm der Stadt Nürnberg.

Auch in der Andernacher Straße sollen die Kindern die Ferien genießen. Auf Einzelinitiative fand dort während der Schulzeit täglich die Hausaufgabenbetreuung statt. In der ersten Ferienwoche gab es kein Programm, aber nun finden sich zwei- bis dreimal pro Woche Ehrenamtliche ein, um mit den Kindern, inclusive der Geschwisterkinder, Gesellschaftsspiele zu machen. Gegen Ende der Ferien ist geplant, den Fokus wieder mehr auf die Schule zu legen.

In der Rathsbergstraße findet aufgrund der Initiative einer Ehrenamtlichen die „Kinderakademie“ statt: Jeden Nachmittag bietet jeweils eine Ehrenamtliche zwischen 15 und 17 Uhr im Gemeinschaftsraum für einzelne Kinder Spielen, Musizieren, spielerisch Lesen und Rechnen, Malen oder andere kreative Aktivitäten an.

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Corona Info

AKTUELLES ZU DEN UNTERKÜNFTEN IN ZIEGELSTEIN

Liebe Leserinnen und Leser,

seit Mitte März bestand ein absolutes Besuchsverbot in den Gemeinschaftsunterkünften, was auch uns als Helferkreis betroffen hat. Es gab keine Möglichkeit, die gewohnten Aktivitäten weiterzuführen. Das Besuchsverbot ist nun seit Ende Juni aufgehoben, die BewohnerInnen dürfen wieder Besucher empfangen, auch der Helferkreis darf die Arbeit unter strengen Hygienebedingungen wieder aufnehmen.

Hierbei bestehen aber Unterschiede in den verschiedenen Unterkünften hier in Ziegelstein. Weil in der städtischen Unterkunft im Bierweg kein Gemeinschaftsraum vorhanden ist, treffen sich die Ehrenamtlichen normalerweise mit den BewohnerInnen in deren Räumen – oder auch zu Hause bei den Ehrenamtlichen.

In der Andernacher Straße, auch einer städtischen Unterkunft, durfte ein kleines Team von Ehrenamtlichen schon Anfang Mai mit sehr strengen Hygieneregeln die Kinder beim Homeschooling unterstützen. Durch den großen Bedarf hat sich diese Arbeit mit den SchülerInnen inzwischen etabliert und sie werden fast täglich betreut.

In der Unterkunft der Regierung Mittelfranken in der Rathsbergstraße war lange Zeit keine Asylsozialberatung vor Ort, erst Mitte Juni konnten sie dort ihre Arbeit wieder aufnehmen. Hier gilt für den Helferkreis, dass sich Ehrenamtliche nur unter Einhalten eines Hygienekonzepts mit einzelnen Personen oder Personen aus einem Haushalt entweder in deren Zimmern oder auch im Gemeinschaftsraum treffen können. Gruppenangebote sind weiterhin nicht erlaubt.

In einem Austauschtreffen der Ehrenamtlichen am 15. Juli 2020 würde darüber gesprochen, welche Auswirkungen der Lockdown für die Geflüchteten, die Ehrenamtlichen und deren Aktivitäten bedeutet hat und immer noch bedeutet. Erfreulich sind die verschiedenen Initiativen – angefangen von Kontakten per Smartphone bis hin zu Gesprächen „über den Zaun“, beim Einkaufen oder in der U-Bahn.

Nun versuchen wir, wieder mehr persönliche Kontakte zu ermöglichen und Wege zu finden, die BewohnerInnen und Kinder zu begleiten, SchülerInnen zu fördern und allen bei der Integration in unsere Gesellschaft zu helfen.

Danke für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!